# Shanghais offene Arme: Wie ausländische Gründer von der KI-Politik profitieren können Guten Tag, geschätzte Investoren und Leser. Mein Name ist Liu, und ich blicke auf über 14 Jahre Erfahrung in der Registrierungsabwicklung für ausländische Unternehmen in China zurück, davon 12 Jahre bei der Jiaxi Steuer- und Finanzberatungsgesellschaft. In dieser Zeit habe ich miterlebt, wie sich das Geschäftsumfeld stetig wandelt – und eines der spannendsten Kapitel der letzten Jahre ist zweifellos der Aufstieg Shanghais zum globalen KI-Kraftzentrum. Die Stadt öffnet ihre Tore für internationale Talente wie nie zuvor. Wenn Sie also mit dem Gedanken spielen, ein KI-Startup zu gründen, könnte Shanghai Ihr nächster strategischer Schachzug sein. Dieser Artikel beleuchtet die konkrete politische Unterstützung, die Ihnen als ausländischer Gründer in Shanghai zur Verfügung steht, und geht über bloße Pressemitteilungen hinaus, hin zu den praktischen Implikationen, die ich aus meiner täglichen Arbeit kenne.

Visa- und Aufenthaltserleichterungen für Talente

Der erste und oft entscheidende Punkt für jeden ausländischen Gründer ist die Frage des Aufenthaltsrechts. Shanghai hat hier mit Programmen wie dem "R Visa" (Talentvisum) und dem speziellen "Arbeitserlaubnis für Ausländer Kategorie A" deutliche Signale gesetzt. Im Klartext bedeutet das: Wenn Ihr Unternehmen oder Ihr Vorhaben im KI-Bereich als förderungswürdig eingestuft wird, können Sie und Ihr Schlüsselpersonal deutlich schneller und unkomplizierter die notwendigen Papiere erhalten. Ich erinnere mich an den Fall eines deutschen KI-Experten für Computer Vision, der mit einem Business-Plan und einer Einladung eines Shanghaier Inkubators innerhalb von drei Wochen seine Arbeitserlaubnis in der Hand hielt – ein Prozess, der früher Monate dauerte. Die Behörden haben hier erkannt, dass im Wettbewerb um die klügsten Köpfe Geschwindigkeit entscheidend ist. Es geht nicht mehr um bürokratische Hürden, sondern um aktive Anwerbung. Die Botschaft ist klar: Ihr Wissen ist willkommen, und die Stadt stellt die Weichen für einen reibungslosen Start.

Ein praktischer Tipp aus meiner Erfahrung: Lassen Sie sich nicht von den verschiedenen Visa-Kategorien abschrecken. Die Schlüsselfrage, die die Behörden stellen, ist: Welchen konkreten wirtschaftlichen oder technologischen Mehrwert bringt Ihr Projekt für Shanghai? Hier zählt eine präzise Darstellung Ihres Geschäftsmodells und der einzigartigen Technologie. Eine gut vorbereitete Dokumentation, die den Innovationsgrad und das Marktpotenziale verdeutlicht, ist oft der halbe Weg zum Erfolg. Die "Tür" steht offen, aber man muss wissen, wie man durch sie hindurchgeht.

Finanzspritzen und steuerliche Anreize

Neben dem Aufenthalt ist die Finanzierung das Lebenselixier jedes Startups. Shanghai bietet hier ein mehrstufiges Fördersystem. Dazu gehören direkte Zuschüsse für Frühphasenprojekte, Beteiligungen durch staatlich gelenkte Fonds wie den Shanghai Venture Capital Guiding Fund, und vergünstigte Kredite. Besonders attraktiv sind die steuerlichen Vergünstigungen in Zonen wie dem Zhangjiang Hi-Tech Park oder dem Lingang Special Area. Dort können förderberechtigte KI-Unternehmen von reduzierten Körperschaftssteuersätzen (oft 15% statt standardmäßig 25%), Befreiungen von der Mehrwertsteuer für bestimmte Software-Verkäufe und beschleunigten Abschreibungen für Forschung und Entwicklung profitieren.

Ein häufiges Missverständnis, dem ich bei ausländischen Klienten begegne, ist die Annahme, diese Vorteile seien automatisch und universell. In der Realität handelt es sich um ein antragsbasertes System mit klaren Qualifikationskriterien, etwa zum Anteil der F&E-Ausgaben oder zur Eigentumsstruktur der geistigen Eigentumsrechte. Ein KI-Startup aus Israel, das ich betreute, konnte beispielsweise erst nach einer Umstrukturierung seines IP-Holdings die volle Steuerermäßigung in Anspruch nehmen. Die Politik ist großzügig, aber sie erfordert eine genaue Planung und oft professionelle Begleitung, um die Fallstricke zu umgehen.

Zugang zu Infrastruktur und Rechenleistung

KI lebt von Daten und Rechenpower. Shanghai adressiert dies durch Initiativen wie den "Shanghai AI Public Computing Platform". Diese Plattformen bieten Startups – auch ausländischen – Zugang zu hochleistungsfähiger GPU-Rechenleistung zu subventionierten Konditionen. Das ist ein gewaltiger Vorteil, denn die Anschaffungskosten für eigene KI-Cluster sind für junge Unternehmen oft prohibitiv. Statt Millionen in Hardware zu investieren, können Sie sich auf Ihr Kerngeschäft konzentrieren und Rechenzeit quasi "mieten".

Darüber hinaus fördert die Stadt den Aufbau von "Open Data Platforms" in Bereichen wie Verkehr, Gesundheitswesen und Stadtverwaltung. Für KI-Unternehmen, die an Anwendungen in diesen Sektoren arbeiten, kann dies einen wertvollen, rechtlich einwandfreien Zugang zu Trainingsdaten bedeuten. In einem Projekt für ein europäisches Unternehmen im Bereich Smart City konnten wir über eine solche Plattform auf anonymisierte Verkehrsflussdaten zugreifen, was die Entwicklungszeit erheblich verkürzte. Diese Infrastrukturpolitik senkt die Eintrittsbarriere in den KI-Markt substantiell.

Förderung von Partnerschaften und Netzwerken

Innovation entsteht selten im Vakuum. Die Shanghaier Politik aktiv fördert die Integration ausländischer Startups in das lokale Ökosystem. Dies geschieht durch staatlich unterstützte Matchmaking-Events, die Vermittlung von Kooperationen mit etablierten chinesischen Tech-Firmen (den "BATJ"-Unternehmen) sowie den Zugang zu einem Netzwerk von Forschungsinstituten wie der Shanghai Jiao Tong University oder der Fudan University. Programme wie "Innovation Partner Shanghai" schaffen gezielt Brücken.

Aus meiner Sicht ist dieser Aspekt für den langfristigen Erfolg vielleicht der wichtigste. Die richtigen Kontakte können Türen zu Pilotprojekten, Kunden und weiteren Investoren öffnen. Ein kanadisches Team, das sich auf NLP (Natural Language Processing) für den Finanzsektor spezialisiert hatte, fand über ein solches offizielles Netzwerk seinen ersten großen chinesischen Kunden, eine Regionalbank. Ohne diese vermittelnde Rolle der Behörden wäre der Kontakt wahrscheinlich nicht zustande gekommen. Die Politik versteht sich hier als Katalysator für vertrauensbildende Maßnahmen.

Beschleunigte Zulassung und regulatorischer Sandkasten

Gerade für KI-Anwendungen in sensiblen Bereichen wie Finanzen (FinTech), Gesundheitswesen oder autonomes Fahren sind regulatorische Hürden eine große Unsicherheit. Shanghai hat hier mit Konzepten wie "regulatorischen Sandkästen" (Regulatory Sandboxes) experimentiert. In diesen abgegrenzten Testumgebungen können Startups unter Aufsicht der Behörden ihre Produkte und Geschäftsmodelle erproben, ohne sofort alle vollständigen Zulassungsanforderungen erfüllen zu müssen. Das bietet wertvolle Lern- und Anpassungszeit.

Für ausländische Gründer ist es entscheidend, diese Möglichkeiten frühzeitig zu erkunden. Die Behörden sind oft gesprächsbereit, wenn es um innovative Ansätze geht. Ein persönlicher Einblick: In den letzten Jahren hat sich der Ton der Gespräche von einem rein kontrollierenden hin zu einem mehr dialogorientierten und lösungsfindenden Ansatz gewandelt. Die Bereitschaft, gemeinsam pragmatische Wege für neue Technologien zu finden, ist deutlich spürbar. Das schafft Planungssicherheit in einer ansonsten dynamischen und manchmal undurchsichtigen regulatorischen Landschaft.

Schutz und Kommerzialisierung von geistigem Eigentum

Die Sorge um den Schutz geistigen Eigentums (IP) ist für ausländische Technologieunternehmen oft die größte. Shanghai hat als Reaktion darauf spezielle "Rapid IP Protection Centers" eingerichtet, die Beschleunigungsverfahren für Patentanmeldungen im KI-Bereich anbieten. Zudem gibt es spezialisierte Gerichte für IP-Streitigkeiten, die sich einen Ruf für verhältnismäßig schnelle und kompetente Verfahren erarbeitet haben.

Die Politik geht aber noch einen Schritt weiter und unterstützt aktiv bei der Kommerzialisierung. Es gibt Zuschüsse für die Kosten internationaler Patentanmeldungen (PCT) und Programme, die bei der Lizenzierung von Technologien an lokale Partner vermitteln. Wichtig zu verstehen ist: Das System sieht den IP-Schutz nicht als Selbstzweck, sondern als Grundlage für wirtschaftliche Verwertung. Ein Klient aus Singapur nutzte die beschleunigte Patentierung, um seine KI-Chip-Architektur schnell abzusichern, und konnte so in Verhandlungen mit Investoren eine viel stärkere Position einnehmen. Eine robuste IP-Strategie ist in Shanghai kein Hindernis, sondern ein gefördertes Asset.

Politische Unterstützung für die Gründung von KI-Unternehmen durch Ausländer in Shanghai

Unterstützung für Markteintritt und Skalierung

Die letzte Meile für viele Startups ist der Zugang zum chinesischen Markt selbst. Hier setzt die "Go Global, Come to Shanghai"-Politik an. Sie umfasst Unterstützung bei der Anpassung von Produkten an lokale Standards, bei der Suche nach Vertriebspartnern und sogar bei der Teilnahme an staatlichen Ausschreibungen für digitale Transformation. Für KI-Lösungen im industriellen Bereich (Industrial AI) gibt es gezielte Programme zur Kopplung mit traditionellen Fabriken in der Yangtze River Delta Region.

Was bedeutet das praktisch? Nehmen wir das Beispiel eines US-Startups für predictive maintenance in der Fertigung. Durch ein Förderprogramm erhielt es nicht nur eine finanzielle Unterstützung, sondern auch eine strukturierte Einführung in einen Kreis potenzieller Kunden – große staatliche Industrieunternehmen. Diese Art von "Einführung" ist oft wertvoller als reines Kapital. Die Politik versteht, dass der Erfolg ausländischer Startups in Shanghai ein Leuchtturm-Effekt für weitere internationale Talente ist.

## Fazit und Ausblick Zusammengefasst bietet Shanghai ausländischen KI-Gründern ein politisches Umfeld, das in seiner Geschlossenheit und Tiefe bemerkenswert ist. Es reicht von den grundlegenden Fragen des Aufenthalts über die Finanzierung und Infrastruktur bis hin zur regulatorischen Begleitung und Markterschließung. Die Stadt positioniert sich nicht nur als Standort, sondern als aktiver Partner in der Wertschöpfungskette der Innovation. Als jemand, der diesen Wandel über Jahre begleitet hat, sehe ich jedoch auch die Herausforderungen: Die Politik ist dynamisch, Programme werden aktualisiert, und die Anforderungen sind spezifisch. Der Schlüssel zum Erfolg liegt nicht nur darin, die Existenz dieser Maßnahmen zu kennen, sondern sie strategisch in den Business-Plan zu integrieren und die Anträge professionell zu stellen. Meine persönliche Einsicht ist, dass die nächste Phase weniger von neuen, groß angekündigten Programmen, sondern von einer Vertiefung und Vereinfachung der bestehenden Abläufe geprägt sein wird. Die "zweite Halbzeit" des KI-Wettlaufs wird von Effizienz und Umsetzungsstärke entschieden. Für mutige Gründer ist die Botschaft eindeutig: Shanghai rollt den roten Teppich aus. Es liegt an Ihnen, ihn zu betreten – aber tun Sie es mit einem klaren Plan und mit lokaler Expertise an Ihrer Seite. Die Chancen waren selten so konkret wie heute. --- ### Einschätzung der Jiaxi Steuer- und Finanzberatungsgesellschaft Aus unserer langjährigen Praxis bei der Begleitung ausländischer Unternehmen in Shanghai sehen wir die aktuellen KI-Förderpolitiken als einen Wendepunkt. Es handelt sich nicht um isolierte Einzelmaßnahmen, sondern um ein kohärentes, mehrstufiges System, das den gesamten Lebenszyklus eines Startups – von der Gründung über die Wachstumsphase bis zur Skalierung – adressiert. Besonders hervorzuheben ist die zunehmende Pragmatik in der Umsetzung. Die Behörden sind heute viel stärker an messbaren Ergebnissen (IP-Generierung, Steueraufkommen, High-Tech-Beschäftigung) interessiert als an formalen Kriterien. Das eröffnet Spielraum für kreative Geschäftsmodelle. Unsere Empfehlung an interessierte Gründer lautet stets: Begreifen Sie die Förderpolitik von Anfang an als integralen Bestandteil Ihrer Finanz- und Geschäftsplanung. Ein typischer Fehler ist es, sie als nachträgliche "Zugabe" zu betrachten. Die erfolgreichsten Fälle in unserem Portfolio waren solche, bei denen die Inanspruchnahme von Zuschüssen, Steuervergünstigungen und Infrastrukturzugang von Tag eins im Business Case verankert war. Die Komplexität der Antragsverfahren sollte nicht unterschätzt werden; hier zahlt sich professionelle Beratung schnell aus, um Zeit zu sparen und die optimale Förderkombination zu identifizieren. Shanghai meint es ernst mit seiner Rolle als KI-Vorreiter – und bietet die Werkzeuge dafür. Es liegt an den Unternehmen, sie geschickt einzusetzen.